Schülerhilfe für das Lädchen

Seit sieben Jahren unterstützen Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Schule mit Spenden das Lädchen des Fördervereins Obdachlosenhilfe.

Neben der von den Schülerinnen und Schülern erwirtschafteten Spende überreichte Klassenlehrerin Sabine Karch-Schwolgin noch einige Präsente für die ehrenamtlichen Helfer an Georg Fritz, Vorsitzender des Fördervereins Obdachlosenhilfe Limburg. Neben der von den Schülerinnen und Schülern erwirtschafteten Spende überreichte Klassenlehrerin Sabine Karch-Schwolgin noch einige Präsente für die ehrenamtlichen Helfer an Georg Fritz, Vorsitzender des Fördervereins Obdachlosenhilfe Limburg.

Sie sind regelmäßig zum Besuch im Limburger Lädchen in der Grabenstraße. Ein- bis zweimal kommen Schülerinnen und Schüler der Theodor-Heuss-Schule vorbei. Ein Termin ist stets vor Weihnachten. Dann überbringen die Schülerinnen und Schüler das Ergebnis ihrer Bemühungen im Laufe des vergangenen Jahres. 750 Euro war der Scheck durch Erlöse beim Tag der offenen Tür und durch einen Pausenverkauf diesmal schwer. Klassenlehrerin Sabine Karch-Schwolgin, die stellvertretende Schulleiterin Stephanie Arthen-Brandes sowie Fina Marte vom Elternbeirat und nicht zuletzt die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 a übergaben die Spende an Georg Fritz, den Vorsitzenden des Fördervereins Obdachlosenhilfe.

Seit sieben Jahren engagiert sich die Heuss-Schule für das Lädchen, das eine Einkaufsmöglichkeit für Bedürftige bietet. In der Einrichtung werden die Waren kostenfrei abgegeben. Die Zahl der Kunden, so Vorsitzender Fritz, hat sich in den zurückliegenden Monaten fast verdoppelt. Jeweils 80 bis 90 kommen pro Einkaufstag, der zwei Mal die Woche für zwei Stunden angeboten wird. In der Regel sammeln die Helferinnen und Helfer des Lädchens die Waren zuvor in Märkten und Discountern ein, die anschließend angeboten werden.

Georg Fritz bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern für das gespendete Geld, mit dem 200 Weihnachtstüten gepackt werden. Reis, Öl, Nudeln sind in den Tüten, die die Kunden noch vor Weihnachten erhalten. Fritz sagte Dank vor allem für den langen Atem in der Unterstützung des Lädchens.

Dank an Ehrenamtliche

Wie Stephanie Arthen-Brandes als Vertreterin der Schulleitung verdeutlichte, gibt es zahlreiche Projekte an der Heuss-Schule. Allerdings seien Lehrerinnen und Lehrer gefragt, die so etwas begleiten und in die Zukunft führen. „Wir hoffen auf Fortsetzung", machte die stellvertretende Schulleitern deutlich.

Sabine Karch-Schwolgin hingegen hob vor ihren Schülerinnen und Schülern das Engagement der Ehrenamtlichen in dem Lädchen hervor. Während sie mit ihrer Klasse ein - bis zweimal in der Gartenstraße auftaucht, wären die Ehrenamtlichen jeden Einkaufstag vor Ort. Und die gestiegene Zahl an Kunden erhöhe auch den Zeitaufwand der Ehrenamtlichen. Deshalb überreichte sie zusammen mit Michaela Reuter und Lavina Liebchen von der Agip-Tankstelle in Hadamar, die die Spende der Heuss-Schule mit 316 Euro aufgestockt hatten, ein Dankeschön an alle Ehrenamtliche. Die bekamen 15 Minuten Zeit im Advent geschenkt. Die kleinen Päckchen enthielten eine Kerze, Tee und eine kleine Geschichte.

Nach Angaben von Georg Fritz ist die Zahl der Kunden so stark gestiegen, dass derzeit keine neuen mehr auf die Liste des Lädchens aufgenommen werden können. Das heißt ganz konkret, dass Bedürftige, die nicht auf der Kundenliste geführt sind, auch keine Möglichkeit haben, das Angebot des Lädchens zu nutzen. (NNP – 19.12.2015)

Das „Sozialprojekt der Theodor – Heuss - Schule

Name: „Unser Lädchen" – Einkaufsmöglichkeit für Hilfsbedürftige
Adresse: Gartenstraße 4
65549 Limburg
Öffnungszeiten: Di, 10.00 – 12.00 Uhr
Fr, 13.30 – 15.30 Uhr

Warensortiment: - Obst/Gemüse

  • Brot
  • Molkereiprodukte
  • Wurst
  • Süßigkeiten/Kuchen

Sponsoren/
Lieferanten:

  • - Märkte und Geschäftsleute rund um Limburg
  • - einzelne Privatpersonen

Gründung: September 2002
Kunden: ca. 100 pro Öffnungstag
Ehrenamtliche Mitarbeiter: 20

Geschichte des Schulsozialprojektes

  • Start als Klassenprojekt im 2. Halbjahr des Schuljahres 2009/2010 (Juni 2010)
  • Erwachsen aus der U-Reihe „(Kinder-) Armut hier und anderswo"
  • Schüler- und Elternschaft wollten Tafel-Idee unterstützen
  • In Ermangelung einer Limburger Tafel auf "Unser Lädchen" gestoßen
  • Seit dem 1. Halbjahr des Schuljahres 2013/2014 Schulsozialprojekt

Aktivitäten

Zwei Spendenaktionen pro Schuljahr
Ausnahme: das laufende Jahr aus organisatorischen und zeitlichen Gründen
Zeitpunkte: kurz vor den Sommerferien

  • Dauerkonserven, Grundnahrungsmittel (z.B.: Öle/Fette, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte), Tee, Fisch, Waschmittel, Drogerieartikel
    kurz vor den Weihnachtsferien
  • 3 x Wunschzettel-Aktion sowie Sachspenden (s.o.)
  • 1 x 100 Kunden = 100 Tüten (gleichen Inhalts)
  • 1 x Basteln von Kaminholzengeln für die ehrenamtlichen Helfer
  • 1 x Backen von Weihnachtsplätzchen für alle 100 Kunden
  • 1 x Basteln von Kekshäuschen für die ehrenamtlichen Helfer
  • jeweils weihnachtliche Grußbotschaften für alle Kunden und Mitarbeiter

Erwirtschaftung der Spenden

  • Schulweite Sammlung von Sachspenden
  • Bedingt durch fehlende Nachhaltigkeit Übergang zu schulinternen Verkaufs­veranstaltungen zugunsten des Lädchens (Kuchen, Waffeln, Würstchen, Kakao, Früchtepunsch, Kaltgetränke)
  • Bitte um 1-Euro-Spende bei Schüler- bzw. Elternschaft sowie den Lehrkräften

Unterstützung

  • Großer Rückhalt in der gesamten Schulgemeinde
  • Ohne tatkräftige Mithilfe einiger Mütter und der Schüler bei den Spendenaktionen und neuen Ideen dafür, wäre das Schulsozialprojekt allerdings nicht zu stemmen.
  • Sie haben das „Lädchenprojekt" zu ihrer persönlichen Herzensangelegenheit gemacht, mobilisieren auch außerschulische Spender für die gute Sache:
  • Familie Reuter, die die Agip-Tankstelle in Hadamar betreibt, hat dauerhaft eine Spendendose aufgestellt, in der ihr Trinkgeld sowie das ihrer Angestellten für unser Sozialprojekt gesammelt wird. Außerdem nimmt sie Sachspenden ihrer Kunden für "Unser Lädchen" entgegen. Sie spendet großzügig Naturalien für den Schulverkauf zugunsten des Lädchens und hat ihre Angestellte Frau Liebchen für das Projekt gewinnen können, sodass auch diese die THS bei allen Aktionen für das Lädchen unterstützt.
  • Frau Rösner, Klassenelternbeirätin der ehemaligen 7a und jetzigen 8Rb, hat im Familien- und Bekanntenkreis neue Privatspender für "Unser Lädchen" gefunden sowie Elzer Geschäftsleute davon überzeugt, der Theodor-Heuss-Schule bei ihrem Sozialprojekt unter die Arme zu greifen. So haben wir z.B. ihrem Chef Herrn Christian Doll, der in Elz einen Heizungs- und Sanitär-Meisterbetrieb führt, die Spende der 100 Tüten für unsere letztjährige Weihnachtsaktion zu verdanken.
  • Frau Trog dagegen hat von der Bäckerei Huth in Hadamar eine große Teigspende erhalten, sodass allen Lädchen-Kunden im vorletzten Jahr auch ein Päckchen Weihnachtsplätzchen mitgegeben werden konnte.

Ausblick in die Zukunft

  • Nochmalige Vorstellung des Schulsozialprojektes in der nächsten Schulelternbeirats­sitzung
  • Verkauf von Brötchen und/oder Kuchen sowie Kaffee beim nächsten Elternsprechtag
  • Vorstellung des Sozialprojekts beim nächsten Schulfest, um nachrückende Schüler, Eltern, Kollegen zu informieren

 

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5a der Theodor-Heuss-Schule brachten kistenweise Lebensmittel in "Unser Lädchen", das von Edmund Muth (hinten rechts) geführt wird. Georg Fritz (hinten links) führt den Förderkreis Obdachlosenhilfe.

Limburg. „Unser Lädchen", das der Limburger Förderverein Obdachlosenhilfe zur Versorgung bedürftiger Menschen mit Lebensmitteln in der Gartenstraße 3 unterhält, hatte ungewöhnlichen Besuch. Kurz vor Beginn der Sommerferien kreuzten dort 24 Kinder der Klasse 5a aus der Theodor-Heuss-Schule mit ihrer Klassenlehrerin Sabine Karch-Schwolgin auf – voll bepackt mit Lebensmitteln.

„Wir befassen uns im Unterricht in regelmäßigen Abständen mit sozialen Projekten. Viele Ideen kommen von den Kindern selbst und jetzt haben wir über Armut gesprochen", berichtete die Lehrerin. „Da es in Limburg keine ‚Tafel', aber ‚Unser Lädchen' gibt, haben wir überlegt, wie wir uns für Menschen einsetzen können, die fast nichts haben."

Die Kinder aus der Förderstufenklasse 5a setzten gemeinsam einen Elternbrief auf, um für ihr Projekt zu werben. Sie schwärmten als „Botschafter" aus und sammelten Spenden; jetzt schleppten sie kistenweise Lebensmittel herbei. Georg Fritz, Vorsitzender des Fördervereins, lobte die Kinder: „Wir sind froh und begeistert, dass ihr mithelft und ein Zeichen der Solidarität mit Obdachlosen setzt."

Dies sei das Ziel des 1998 gegründeten Fördervereins gewesen: den Ärmsten der Armen am Rande der Gesellschaft beizustehen. „Dabei arbeiten wir mit dem Walter-Adlhoch-Haus des Caritasverbandes für Obdachlose zusammen", berichtete Fritz. Auch wenn Obdachlose in der Öffentlichkeit kritisch gesehen würden, müsse es Leute geben, die ihnen helfen. „Das tun wir auch mit einer Grill- und einer Weihnachtsfeier, in einem Gedenkgottesdienst wie auch in Form einer Wohnung, die wir für obdachlose Frauen angemietet haben", berichtete Fritz. Seit 2002 betreibe der Verein „Unser Lädchen".

„Wir haben dienstags von 10 bis 12 Uhr und freitags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Am Anfang standen 20 bis 25 Leute vor der Tür, jetzt sind es schon 100 Kunden, so dass wir Nummern ausgeben müssen", informierte Lädchen-Chef Edmund Muth die jungen Besucher. „Nicht nur Obdachlose, auch andere Leute, die nicht viel haben, bekommen bei uns für einen symbolischen Preis etwas zu essen. Wir wollen nichts verschenken und achten darauf, dass alle etwas bekommen", sagte Muth und dankte den Schulkindern, die mit Konserven und Hygieneartikeln etwas beigesteuert hätten, was vorher nicht im Sortiment enthalten war.

Die Waren bezieht „Unser Lädchen" von 15 Supermärkten in Limburg und Umgebung, die von 20 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zumeist abgeholt und auf ihre Brauchbarkeit aussortiert werden müssen. Längst ist „Unser Lädchen" viel zu klein geworden. „Es müsste doppelt so groß sein, außerdem bräuchten wir mehr Kühlschränke", sagen die Mitarbeiter.
„Da auch sie bei ihrer Arbeit für andere auch mal Nahrung benötigen", hatte die Lehrerin mit ihren Kindern kleine Blumengebinde mitgebracht.
„Hier wird Menschlichkeit in einer Partnerschaft geübt, die mich berührt hat", sagte Sabine Karch-Schwolgin.